Es ist 5.32 Uhr morgens, und wir steigen in die S-Bahn nach Basel und fragen uns, ob wir noch ganz dicht sind. Sooooo früh…..
Dabei haben wir je einen Rucksack mit Proviant, und natürlich unsere Kameras. Der Proviant soll möglichst den ganzen Tag reichen, denn unser Ziel ist es ja, so wenig Geld wie möglich auszugeben, aber so viel wie möglich von der Schweiz zu sehen.
Wir reisen heute mit einem GA von der Uni Basel, und, weil es davon für diesen Tag nur noch eines hatte, mit einem Tages-GA von der Gemeinde. Letzteres war zwar etwas teurer als das von der Uni, aber ist , grade für nicht- oder nicht mehr Studenten eine gute Alternative.
In Basel steigen wir um auf den Interregio nach Locarno. Uns soll er allerdings nur bis Göschenen bringen.
Während meine Freundin den erwachenden Tag fotografiert, fallen mir die Augen wieder zu.
Wir hatten uns, aufgrund des Regenwetters der vorherigen Tage, verschiedene Möglichkeiten überlegt.
Für gutes Wetter entweder mit dem Bus über den Susten zu fahren, mit ca einer halben Stunde Aufenthalt in Innertkirchen, dann mit dem nächsten Bus auf den Grimsel. Dort hätten wir dann 2 Stunden Zeit zum wandern.
Oder direkt auf den Grimsel, und dann 3 Stunden Zeit zum wandern.
Für schlechtes Wetter hätten wir noch die Möglichkeit, eine 3 Pässetour per Bus zu machen, über Gotthard, Grimsel und Susten. Das würde bedeuten, nicht zu wandern, aber wer will das schon, im Regen?
Wie sich zeigte, war das Wetter perfekt, sonnig, warm bis heiss. Wir entschieden uns in Göschenen für Variante 1.
Im Bus dann ein kurzer, weniger schöner Moment, als uns nämlich der Fahrer mitteilte, dass dies eine touristische Linie sei, und wir jeder 15CHF Zuschlag zahlen müssten. Das war zwar ärgerlich, aber ohne würden wir nicht auf den Grimsel kommen. Also zahlten wir.
Wir wurden entschädigt, indem der Fahrer sehr viel wissenswertes über die Gegend erzählte, sowie durch ein tolles Panorama, welches wir natürlich fotografierten.
Auf dem Susten (Steingletscher) mussten wir dann den Bus wechseln, und hatten 10 Minuten Aufenthalt.

Susten
Die Fahrt nach Innertkirchen war dann nicht mehr ganz so spektakulär.
In Innertkirchen hatten wir eine halbe Stunde Zeit, und suchten uns ein ruhiges Plätzchen, um mittag zu essen.
Dann ging es mit dem nächsten Bus auf den Grimsel. Wir stiegen beim Hospiz aus, und begaben uns auf den Wanderweg zur Staumauer des unteren Sees. Dieser Weg führt quasi um den See rum, mal Trampelpfad, mal mit Steinen gelegt, und einmal sogar über ein Stück Restschnee. Auffällig war die doch ganz andere Landschaft als auf dem Susten. Dort ist es viel rauer.

Grimsel, unterer Stausee
Der Weg machte Lust auf mehr, aber da wir recht oft, um nicht zu sagen, dauernd , stehen blieben, um Fotos zu machen, konnten wir nur bis zur Staumauer wandern, denn wir wollten ja den Bus runter nicht verpassen.
Der hatte allerdings Verspätung, und so genossen wir noch etwas den Anblick der Berge um uns herum. Wir stellten fest, dass sie sowohl etwas beschützendes, wie auch etwas bedrohliches haben.
Der Bus war voll, und so mussten wir bis Meiringen stehen, aber immerhin holte er seine Verspätung wieder auf, und wir packten es, den Zug nach Brienz zu erwischen.
Dort ist die Schiffsanlegestelle direkt neben dem Bahnhof, und die „Lötschberg“, ein Dampfschiff aus 1914, wartete bereits. Mit ihr jede Menge Leute, die sich aber erstaunlich gut auf dem Schiff verteilten, so dass jeder einen Sitzplatz hatte.
Der See faszinierte uns mit seinem, fast unwirklich wirkenden, grau-blauen Wasser.

Brienzer See
Das Schiff kreuzte über den See, und wir genossen die Fahrt. Wir gönnten uns ein Eis, und einen Blick in den Maschinenraum, sowie durch ein kleines Fenster auf die Schaufelräder. Seine Ankunft an der nächsten Anlegestelle kündigte das Schiff durch sein lautes Horn an.
Nach knapp 1,5 Stunden legten wir dann in Interlaken Ost an, von wo wir ein kurzes Stück mit dem Zug nach Interlaken West fuhren, wo wiederum direkt beim Bahnhof die Anlegestelle ist. Auch dort wartete bereits ein Schiff, diesmal allerdings nicht so nostalgisch, dafür aber mit einem Platz ganz vorne, die „MS Bubenberg“.
Das erste Stück ging es dann allerdings durch einen Kanal, und zwar rückwärts. Auch hier waren rund um den See Leute am baden, es waren viele Segelboote und Wasserskifahrer unterwegs. Und irgendwie bekamen wir auch Lust zu baden. Denn uns war mittlerweile auch sehr heiss, und wir waren verschwitzt. Der Fahrtwind kühle zwar etwas, aber wir würden daheim noch schnell in den Pool springen, hatten wir bereits beschlossen.

Thuner See
Irgendwann wurde uns dann trotz fotografieren etwas langweilig, und wir spielten eine Runde „Mamma mia“. Auch hier nutzten wir die Zeit, um etwas zu essen. Lediglich die Getränke gingen uns aus, und wir mussten etwas kaufen, was natürlich auf dem Schiff nicht billig war.
Die Gegend um die beiden Seen ist sehr schön, und ich würde gerne dort leben.
Irgendwann, nach 2,5 Stunden ging dann aber auch diese Fahrt zu Ende, und wir legten in Thun an. Hier hatten wir dann noch eine halbe Stunde Zeit, bis unser Zug kam.
Im Zug zurück nach Basel beobachteten wir dann, wie der Tag langsam zu ende ging. Wir waren nun auch müde, und voller Eindrücke des Tages, und freuten uns einerseits auf Daheim, andererseits auf die nächste Tour. Wir hatten bereits beschlossen, dass wir das nächste Mal mehr wandern wollten.
Um 22.22 Uhr waren wir dann wieder in Grellingen, wo das Auto auf uns wartete.
Mittlerweile habe ich auch rausgefunden, auf welchen Buslinien man diesen Zuschlag zahlen muss, nämlich auf allen, die über irgendeinen Pass fahren.
Allerdings gilt der Zuschlag für den ganzen Tag, und man könnte sogar über 3 Pässe damit fahren.

Ein schöner Tag geht zu Ende...

Im unteren Teil soll ein Diorama entstehen, mit fliegenden und stehenden Flugzeugen. Ganz rechts im Diorama soll dann das Shuttlemodell hin, eventuell mit kleinen Gadgets, sofern es funktioniert.